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Zur Begrüßung

Politisches Denken ist mehr als nur eine Wiedergabe dessen, was sich empirisch in und mit der Politik ereignet. Es ist ein Denken oft über die Maßstäbe politischer Handlungen hinaus. Dem sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt, denn alles kann von der Sachlage her als politisch relevant erscheinen. Politisches Denken ist so gesehen im Konjunktiv zu sehen. Es behandelt auch die Formen von Politik, die noch nicht sind, vielleicht auch nie sein werden, aber eben gedacht werden können. Das ist jedoch nicht identisch mit einem rein philosophischen Verständnis von Politik. Politisches Denken ist mehr als das, denn es erfasst und bemüht sich auch um die Wahrnehmungsformen von Politik, die außerhalb strikt logischer Konstellationen sind. Emotionale, psychologische, künstlerische wie literarische Manifestationen gehören hier ebenso hinzu wie ökonomische, soziale und nicht zuletzt auch juristische Argumente und deren Interpretationsrichtungen. Die Historizität aller Erscheinungsformen macht daraus ohnehin bedingte, mitunter auch völlig willkürliche, zeit- und raumimmanente Verständnisweisen.

Insofern ist die Orientierung auf das Politische Denken ein interdisziplinäres Projekt, dem sich die Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens (DGEPD) seit ihrer Gründung im Jahr 1989 verpflichtet sieht. In diesem Format kommen bis heute Disziplinen wie die Politikwissenschaft, die Philosophie, die Jurisprudenz, die Ökonomie, die Soziologie und die Geschichtswissenschaft gleichermaßen zu Wort. Das Denken über Politik ist nicht nur auf die Praxis, auf die konkreten Handlungen hin orientiert, sondern umfasst eben auch das epistemologische Vor- und Grundverständnis dessen, was überhaupt hier als Politik begriffen und angezeigt werden kann.

In dem die DGEPD diese Fragen immer wieder in den Fokus nimmt und angesichts der zeitgenössischen gesellschaftlichen Debatten neu interpretiert, bemüht sie sich um ein besseres Verständnis dessen, was überhaupt eine gute Politik sein kann. Denn vom Denken her ist Politik immer zunächst eine normative Frage. Diese kann allerdings von ihrer Akzentuierung her ganz unterschiedlich beantwortet werden – was ja genau den Reiz der Aufgabenstellung ausmacht.